Geschichte des WDGs

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Das Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium ist ein altsprachlich orientiertes Gymnasium in Wuppertal am Johannisberg unterhalb der Stadthalle. Es ging aus der 1592 eingerichteten Elberfelder Lateinschule hervor, die 1824 als „Evangelisches Gymnasium“ anerkannt wurde. Seit 1936 ist das Gymnasium nach dem ArchäologenWilhelm Dörpfeld benannt, der hier zur Schule gegangen war.

Eine Schule bestand in Elberfeld schon vor der Reformation. Urkundlich fassbar wird ein gewisser Johan Sinschet als „scholmester“ erst im Jahre 1519.[1] Diese Schule war jedoch nur eine sogenannte „Deutsche Schule“ ohne Fremdsprachenunterricht, vergleichbar einer Volksschule. Das alte Elberfelder Gymnasium führt seinen Ursprung daher erst auf das Jahr 1592 zurück, in dem die reformierte Gemeinde zu Elberfeld der Deutschen Schule eine Lateinklasse anschloss, die unter einem eigenen Rektor stand und in der Unterricht in Latein, Griechisch und Hebräisch erteilt wurde. Dies war der Beginn eines Schulunterrichts mit gymnasialem Charakter im heutigen Wuppertal. Finanziert wurde die Lateinklasse aus dem umgewidmeten Stiftungsvermögen des ehemaligen Katharinenaltars. Ihr Zweck war die Vorbereitung künftiger Gelehrter auf den Besuch einer Hohen Schule (im 17. Jahrhundert meist Herborn) oder Universität.  

Deutsche Schule und Lateinschule bestanden bis zur Ausgliederung der Realschule 1830 unter einem Dach. Das ursprüngliche Schulgebäude auf dem Kirchhof der ehemaligen Laurentiuskirche fiel 1687 dem Elberfelder Stadtbrand zum Opfer. Deutsche und Lateinische Schule fanden eine Notunterkunft im „Hospital“ (Armenhaus) am Mäuerchen, bis man 1718 in einen Neubau am reformierten Kirchplatz ziehen konnte. 1821 zog die Schule in das ehemalige Vereinshaus der Lesegesellschaft an der Grünstraße (heute an diesem Platz: der Kaufhof), 1876 ins Gebäude der Gewerbeschule am Döppersberg. 1893 bezog sie am heutigen Standort (damals „Kölner Straße 41/45“) einen Neubau, der jedoch 1943 im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Die Schule wurde ausgelagert, ein Teil der Schülerschaft ins thüringische Gera evakuiert. Nach dem Krieg setzten Anfang Oktober 1945 einige Lehrer und Schüler den Schulbetrieb im Sparkassengebäude am Mäuerchen (heute Standort des City-Centers) fort. Der heutige Neubau am letzten regulären Standort (nunmehr „Johannisberg 20“) wurde in den 1950er Jahren errichtet.

In den Wirren des Spanisch-Niederländischenund des DreißigjährigenKrieges und der Gegenreformationkam auch in Elberfeld der
Schulbetrieb vorübergehend zum Erliegen. Die preußische Regierung erkannte 1824 die Lateinische Schule als „evangelisches Gymnasium“ an. Für den unabhängigen Fortbestand des Gymnasiums setzte sich vor allem der Bankier Daniel von der Heydt in seiner Eigenschaft als damaliger Scholarch 1833 persönlich beim preußischen König Friedrich Wilhelm III. ein. Den an preußischen Gymnasien ehemals hohen wissenschaftlichen Anspruch bezeugen die in Elberfeld seit 1831 bis wenigstens 1929 jährlich herausgegebenen Schulprogramme, die neben den Lehrplänen und Prüfungsfragen bis zur Jahrhundertwende auch stets einen fachwissenschaftlichen Aufsatz eines Mitglieds des Kollegiums enthielten. [...]

1931, zwei Jahre nach der Vereinigung Barmens und Elberfelds zur Stadt Wuppertal erfolgte der Zusammenschluss des Elberfelder Gymnasiums mit dem Barmer Gymnasium unter der Kompromiss-Bezeichnung „Barmer Gymnasium zu Elberfeld“. Da das alte Barmer Gymnasium auf die 1579 gegründete „Amtsschule“ zurückging, feierte das Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium 2004 sein 425-jähriges Bestehen. Zu einer Lateinschule war die armer „Amtsschule“ jedoch erst um 1600 geworden. 

Um einer propagandistischen Umbenennung durch die Nationalsozialisten in „Langemarck-Schule“ zuvorzukommen, wählte 1936 das Stiftungskuratorium einen verdienten ehemaligen Schüler, den Altphilologen und Troja-Ausgräber Wilhelm Dörpfeld als Namensgeber.
1953 wurde die Patenschaft für das von 1308 bis 1945 bestehende Stadtgymnasium [...]

1957 wurde im Eingangsbereich zum Schulhof eine von dem umstrittenen Bildhauer Arno Breker geschaffene Statue der griechischen Schutzgöttin der Wissenschaften Pallas Athene aufgestellt. Nachdem die Skulptur 2003 umgestürzt und beschädigt worden war, weist nunmehr eine Tafel auf die kritische Auseinandersetzung mit der Problematik Brekers hin.

Nachdem der größte Raum der Schule bis dato nur 130 Personen fasste, erhielt sie im Jahr 2007 erstmals seit der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wieder eine eigene Aula. Entworfen wurde das Gebäude vom Wuppertaler Architekten Christoph Goedeking,finanziert wurde der Bau großteils durch Sponsorenprojekte im Rahmen der 425-Jahr-Feier 2005. Durch Ehemalige und Förderer der Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium Schule kamen mehr als eine Million Euro zusammen.
Weiterhin besteht seit 2009 eine eigene Schulbibliothek. Durch den Neubau der Aula ist der entsprechende Raum frei geworden und beherbergte bis zu 4000 Medien, darunter über 3500 Bücher. In dem Raum sind neben einigen Computern zur Internetrecherche auch zahlreiche Einzelarbeitstische vorhanden.
Schulleiterin ist seit dem Schuljahr 2011/2012 Claudia Schweizer-Motte. Im Sommer 2015 begann eine dreijährige Sanierungsphase, im Laufe derer die Schulgebäude auf moderne technische und energetische Standards gebracht werden. Im Zuge der Vorbereitung dieser Sanierung wurde 2012 Asbest im Wandputz gefunden, wurde jedoch nicht als gesundheitsgefährdend deklariert. Für die Dauer der Sanierung wurde das ehemalige Gebäude der Justizvollzugsschule Nordrhein-Westfalen auf der Hardt angemietet. Die notwendigen Sanierungskosten, um dort einen Schulbetrieb zu ermöglichen, betrugen etwa 650.000 Euro. Am 9. Januar 2019 begann der Unterricht nach zwei Sonderferientagen aufgrund des Umzuges im neu sanierten Schulgebäude am Johannisberg. [...] Planmäßig soll das neue Schulgebäude inklusive des dann fertiggestellten Schulhofs am 10. Juli 2019 mit einem Einweihungsfest eröffnet werden. [...]

Berühmte ehemalige Schüler sind:

Werner Teschenmacher (1590–1638), Humanist und reformierter Theologe
Caspar Sibel (1590–1658), reformierter Theologe
Daniel von der Heydt (1802–1874), Bankier, Unternehmer und Politiker
Johann Anton Friedrich Baudri (1804–1893), Generalvikar und Weihbischof
August Rauschenbusch (1816–1899), baptistischer Theologe
Louis de Leuw (1819–1858), Allgemeinmediziner, Augenarzt, Chirurg
Friedrich Engels (1820–1895), Gesellschaftstheoretiker und Ökonom
Victor Weidtman (1853–1926), Manager und Politiker
Friedrich Philippi (1853–1930), Historiker und Hochschullehrer
Wilhelm Dörpfeld (1853–1940), Archäologe (Olympia, Troja, Tiryns, Pergamon) und Bauforscher
Hugo Reich (1854–1935), evangelischer Geistlicher
Karl Ebermaier (1862–1943), Gouverneur von Kamerun
Wilhelm Pfitzinger (1864–ca. 1926), Chemiker
Oscar Bluemner (1867–1938), Maler der Moderne
Adolf Schulten (1870–1960), Archäologe (Numantia, Tartessos)
Eugen Schmalenbach (1873–1955), Wirtschaftswissenschaftler
Gerson Stern (1874–1956), Schriftsteller
Eduard von der Heydt (1882–1964), Bankier und Kunstsammler
Julius Schniewind (1883–1948), evangelischer Theologe in der Bekennenden Kirche
Alfred Landé (1888–1976), Physiker
Martin Niemöller (1892–1984), evangelischer Theologe in der Bekennenden Kirche
Hans Dichgans (1907–1980), Jurist, Manager und CDU-Politiker
Hans Wolfgang Singer (1910–2006), Ökonom
Heinz-Georg Klös (1926–2014), Direktor des Berliner Zoos
Klaus Baltzer (1928–2017), Theologe (Alttestamentler)
Johannes Rau (1931–2006), Politiker (Bundespräsident 1999–2004)
Willfried Penner (* 1936), Staatsanwalt, SPD-Politiker (Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages 2000–2005)
Wilfried Barner (1937–2014), Literaturwissenschaftler (Lessing-Experte)
Jan Wilhelm (* 1942), Jurist und Hochschullehrer an der Universität Passau
Peter Kowald (1944–2002), Free-Jazz-Musiker
Manfred Frank (* 1945), Philosoph und Hochschullehrer
Jochen Wilhelm (* 1945), Wirtschaftswissenschaftler
Axel Dirx (1946–2017), Gewerkschafter und Politiker
Lars U. Scholl (* 1947), Seefahrtshistoriker
Eleonore Weisgerber (* 1947), Schauspielerin
Peter Jung (* 1955), bis 2015 Oberbürgermeister von Wuppertal
Wolf Hoffmann (* 1959), Rockmusiker
Ralph Tepel (* 1964), Maler und Bildhauer
Christoph Maria Herbst (* 1966), Schauspieler
Stefan Koldehoff (* 1967), Journalist und Autor
Steffen Möller (* 1969), Kabarettist
Klaus Müller (* 1971), Politiker und Verbraucherschützer
Tobias Zielony (* 1973), Fotograf
Friedrich Adolf Wilhelm Diesterweg (1790–1866), Pädagoge
Heinrich Karl Brandes (1798–1874), Reiseschriftsteller
Dietrich Wilhelm Landfermann (1800–1882), Pädagoge und Politiker
Adolph Kolping (1813–1865), Priester und „Gesellenvater“
Wilhelm Crecelius (1828–1889), Historiker
Georg Kaibel (1849–1901), klassischer Philologe
Ewald Gnau (1853–1943), Botaniker
Wilhelm Ohnesorge (1855–1943), Historiker
Hans von Arnim (1859–1931), klassischer Philologe
Hermann Zivi (1867–1943), Kantor und Komponist
Joseph Norden (1870–1943), Rabbiner
August Frickenhaus (1882–1925), Archäologe
Edmund Bigott (1910–1943 (vermisst)), klassischer Philologe
Johann Leonhard Weidner (1588–1655), Humanist
Hermann Crusius (1640–1693), lateinischer Dichter
Karl Wilhelm Bouterwek (1809–1868), Gründer des Bergischen Geschichtsvereins
Karl Bardt (1843–1915), klassischer Philologe
Richard Hoche (1854–1906), klassischer Philologe
Klaus Zentara (1936–2004), Historiker
Karl-Wilhelm Weeber (* 1950), Historiker und Altphilologe

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