Verantwortungsprojekt

Wie alles begann: 2013/14 ging zunächst die Klasse 7a an den Start. Ab dem Schuljahr 2014/15 führen wir nun das Projekt im Jahrgang 7 mit allen Schülerinnen und Schülern durch.

Die Schülerinnen und Schüler im Alter von 12 bis 13 Jahren engagieren sich für ein halbes Jahr einmal wöchentlich im sozialen, karitativen oder ökologischen Bereich. Das bedeutet z. B. :

- Hausaufgaben- bzw. Nachmittagsbetreuung in Grundschulen
- Spiel und Unternehmungen mit Kindergartenkindern
- Betreuung älterer Menschen in Seniorenheimen durch Vorlesen, Spielen und Singen
- Beschäftigung mit behinderten Kindern
- Tierpflege im Zoo
- Engagement in einer ökologischen Station.
Das Ziel dieses Projektes besteht darin,
- Verantwortung außerhalb des schulischen und familiären Umfelds zu übernehmen.
- durch die Begegnung mit anderen Menschen bzw. zu betreuenden Lebewesen die Erfahrung machen zu können, etwas Wertvolles und Sinnstiftendes leisten zu können.
- dadurch das Selbstbewusstsein der Heranwachsenden zu stärken.
- die Zusammenarbeit mit Institutionen im Umfeld der Schule zu fördern.

Begleitet wird das Projekt im Religions- und Philosophieunterricht theoretisch und praktisch - im Sinne einer Mentorenschaft - durch alle in der Klasse unterrichtenden Lehrkräfte. Dokumentiert werden sollen die Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler durch Filme, eine Diashow, Rollenspiele, Tagebücher oder Fotos. Diese werden der zukünftigen siebten Klassen bei einem "Verantwortungsfest", zu dem auch die Betreuer der Schülerinnen und Schüler aus den Institutionen eingeladen sind, vorgestellt.
Wir hoffen die kommenden Siebtklässler und ihre Eltern so für das Projekt begeistern zu können, dass wir es in das Programm unserer Schule aufnehmen können.

Hier einige Schülerstimmen aus der ersten Riege 7a:

Aus dem Tagebuch von Sila, die in einem Pflegezentrum für ältere Menschen war:
„26.03.14
Frühlingsanfang
Darauf haben sich doch alle gefreut. Heute haben wir den Frühlingsanfang gefeiert. Es wurde wie beim Karneval gefeiert, getanzt, gelacht, gegessen und gesungen.

09.04.14
Heute war der traurige Tag … Die Verabschiedung. Wir haben zum Abschluss eine Runde „Mensch ärgere dich nicht“ gespielt. Dann haben wir uns alle einmal die Hand geschüttelt, ganz feste umarmt und dann bin ich gegangen.
Beurteilung: Im Großen und Ganzen fand ich das Projekt sehr sinnvoll. Es hat mir viel Spaß bereitet, dort mit den Patienten zu spielen. Es hat mich gefreut zu sehen, dass alle sich immer wieder gefreut haben, mich zu sehen. Ich würde das Projekt den jetzigen Sechstklässlern empfehlen. Mit der Zeit gab es ab und zu Probleme, aber es hat alles geklappt.“

„Ich war in einem Kindergarten. Dort habe ich mit den Kindern gespielt, ihnen etwas vorgelesen, mit ihnen gemalt und manchmal, wenn das Wetter gut war, bin ich mit den Kindern auf den Spielplatz gegangen. Durch dieses Projekt habe ich viel mehr Selbstbewusstsein gewonnen, da ich mich alleine um eine sogenannte „Stelle“ kümmern musste und ein Vorstellungsgespräch führen musste und ich mit anderen zusammengearbeitet habe, die ich erst einmal gar nicht kannte. Ich habe auch bemerkt, dass sich die Kinder immer gefreut haben, als ich gekommen bin. Dieses Projekt wendet zwar sehr viel Zeit auf, ist meiner Meinung nach trotzdem sinnvoll, da man viele Erfahrungen sammelt.“ (Fatima)

„Da mir das Verantwortungsprojekt sehr viel Freude bereitet hat und mir die Kinder der „Jungschargruppe“ sehr an das Herz gewachsen sind, habe ich an einem Erste-Hilfe-Kursus teilgenommen, um im Notfall handeln zu können. Diesen habe ich auch erfolgreich abgeschlossen.“ (Laura)

Im Rahmen des  Verantwortungsfestes, das an einem Freitag im Mai 2015 in der Aula stattfindet, stand auch in diesem Jahr wieder die soziale Verantwortung junger Menschen im Mittelpunkt der Feierlichkeiten. Vor mehr als 250 Gästen stellten die Schülergruppen des Gymnasiums ihr Engagement in sozialen Bereichen vor, dem sie sich während eines Zeitraums von sechs Monaten ehrenamtlich gewidmet hatten. Nachdem das Verantwortungsfest im Vorjahr als Pilotprojekt mit einer siebten Schulklasse erstmal durchgeführt worden war, wurde, nahm im Zuge der diesjährigen Fortführung eine ganze Jahrgangsstufe an dem Projekt teil.

Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 7 zeigten sich begeistert von den Erfahrungen im Ehrenamt, dem sie eine Stunde pro Woche in verschiedenen karitativen Einrichtungen nachgegangen waren, darunter z.B. die Wuppertaler Tafel e.V., das Johanniterstift oder die Hausaufgabenbetreuung der Grundschule Birkenhöhe „Das Projekt hat meinen Mitschülern und mir deutlich gemacht, dass es viele Menschen gibt, die Hilfe benötigen. Wir konnten viel über den Begriff ‚Verantwortung‘, aber noch viel mehr über uns selbst lernen“, sagte die zwölfjährige Schülerin Antonia Salentijn. Im Seniorenheim Johanniterstift hat sich Arian Gaubig um die Betreuung von Senioren gesorgt und dabei mit den Bewohnern gelesen, Karten gespielt oder Spaziergängen beigewohnt. Ein ganz besonderer Dank kam an diesem Nachmittag den Koordinatoren der jeweiligen Einrichtung zu, die sich bereit erklärt haben, Schüler aufzunehmen und damit maßgeblich zum Erfolg des Projekts beigetragen haben.

- Reflexion als wichtiger pädagogischer Bestandteil -

Neben der eigentlichen ehrenamtlichen Arbeit ist zudem die Reflexion über das Geleistete ein wesentlicher pädagogischer Bestandteil des Projektes. Im Religions- oder Philosophieunterricht können sich die Schülerinnen und Schüler untereinander austauschen, über gesammelte Erfahrungen diskutieren und Gedanken jedweder Art äußeren. Laut Projektkoordinatorin Adelheid Herkenrath ist es dabei die Aufgabe der Lehrkräfte, die Schüler zum Reflektieren zu bewegen: „Uns ist es ganz besonders wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler über ihre Beobachtungen und Begegnungen jedweder Art sprechen können. Auf diese Weise bleiben die Erfahrungen länger im Gedächtnis und tragen zur nachhaltigen Ausprägung von sozialen Kompetenzen bei.“

- Schulleiterin Frau Schweizer-Motte: „Mit Spaß und Freude im Einsatz“ -

Auch die Schulleitung zeigte sich erfreut über dieses in der Region Wuppertal einzigartige Projekt. „Ich bin stolz auf unserer Schülerinnen und Schüler. Mit ihrem Engagement haben sie gezeigt, dass junge Menschen auch heute noch bereit sind, Verantwortung zu tragen und sich für andere einzusetzen“, sagte Schulleiterin Claudia Schweizer. Gleichzeitig fügte sie hinzu, dass das Ehrenamt die wichtigste Stütze des gemeinschaftlichen Zusammenlebens darstellt und grundlegende gesellschaftlicher Werte schafft: „Alle Beteiligten waren mit sichtbar viel Freude und Spaß im Einsatz. Ich hoffe, dass sich möglichst viele Schülerinnen und Schüler des WDG auch über die Laufzeit des Projekts hinaus ehrenamtlich in den verschiedenen Einrichtungen engagieren“, so Schweizer weiter.

Auch im nächsten Jahr werden Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 7 in soziale Einrichtungen hineinschnuppern.

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