Streitschlichter

Das Interview führten Marie-Luise Voyé aus der Klasse 5b und Erjona Rutke aus der Klasse 5c.

Streit zwischen Schülern in der Klasse oder auf dem Schulhof gibt es immer wieder. Meistens wird er schnell gelöst und man verträgt sich wieder, aber manchmal auch nicht! Dafür gibt es an unserer Schule die Streitschlichter.

Wir haben darüber mit Herrn Costanzo ein Interview geführt.

Schülerzeitung:  Seit wann gibt es am WDG Streitschlichter, wer ist das und worin genau liegt die Aufgabe der Streitschlichter? 

Herr Costanzo:  Die WDG-Streitschlichterausbildung gibt es seit ca. 5 Jahren. Aktuelle Streitschlichter sind 4 Schülerinnen und Schüler aus der jetzigen EF. Sie haben zu Beginn der 9. Klasse mit ihrer Ausbildung begonnen. Bald beginnt die Ausbildung des neuen Jahrganges und dadurch wird sich die Gruppe vergrößern. Ihre Aufgabe besteht darin, Schüler, die Konflikte miteinander haben, darin zu unterstützen, diese friedlich und respektvoll zu lösen.

Schülerzeitung:  Was ist Ihrer Meinung nach das Wichtigste, um einen Streit erfolgreich zu schlichten?

Herr Costanzo:  Das Wichtigste ist Empathie, sich in die Lage des anderen (emotional) hineinzuversetzen und seine Beweggründe zu verstehen. Dabei kann die Methode, die die Streitschlichter erlernt haben, helfen und unterstützen.

Schülerzeitung: Warum sollte man Ihrer Ansicht nach zum Schlichten des Streits zu Streitschlichtern gehen und nicht zu einem Lehrer?

Herr Costanzo: Streitschlichter haben nicht die Rolle, die Schüler auch zu bewerten, daher können sie noch neutraler an die Konflikte herangehen. Die Tatsache, dass sie mehr Zeit haben, sich einem Konflikt zu widmen, hilft sehr dabei. Lehrer könnten dies auch, meist ergeben sich aber Situationen, in denen sie noch sehr viel anderes erledigen müssen. Das ist dann häufig eine zusätzliche Belastung, die bei der Konfliktlösung störend sein kann. Die Streitschlichter sind nur dafür da, während Lehrer in ihrem normalen Arbeitsalltag sehr viele unterschiedliche Dinge erledigen müssen. Hinzu kommt, dass Streitschlichter ihren Mitschülern vom Lebensalter her näher sind.

Schülerzeitung: Gibt es Privatsphäre oder gibt der Streitschlichter alles weiter?

Herr Costanzo: Nein, die Streitschlichter geben gar nichts weiter. Alles, was dort besprochen wird, wird vertraulich behandelt und bleibt nur bei den Anwesenden. Dazu verpflichtet sich die Streitschlichtung selbst.

Schülerzeitung: Was hat Sie dazu motiviert, sich in diesem Bereich zu engagieren?

Herr Costanzo: Zwischenmenschliche Beziehungen finde ich spannend. Aus diesem Grund bin ich auch Lehrer geworden. Die Möglichkeit kennenzulernen, Konflikte auf Augenhöhe zu lösen, also dass bestenfalls beide Konfliktparteien (so nennen wir die beiden Streitenden in der Streitschlichtung) mit einem Gefühl der Gleichheit und Gelöstheit aus dem Konflikt kommen, finde ich sehr interessant und hoffnungsvoll.

Schülerzeitung: Erinnern Sie sich noch an eigene Streitereien in Ihrer Schulzeit? Worum ging es?

Herr Costanzo: Ja, natürlich. Es ging um ähnliche Dinge wie heute auch. Man hat sich gegenseitig geärgert, Dinge abgenommen, man wollte mehr bestimmen als die Anderen etc.

Schülerzeitung: Streiten Sie sich noch? Wenn ja, mit wem und worum geht es dabei?

Herr Costanzo: Ja, denn ich bin ja ein Mensch! Und Menschen haben immer Konflikte, nur äußern sie sich nach außen sehr unterschiedlich. Jeder Mensch hat seinen Blick auf die Welt und dies erschafft Unterschiede, die sich in Konflikten äußern können.

Schülerzeitung: Welche Eigenschaften sollte man als Streitschlichter mitbringen?

Herr Costanzo: Die Lust, sich als Mensch weiterzuentwickeln und deswegen offen und neugierig zu sein.

Das Schülerzeitungsteam der UNVOLLENDETEN bedankt sich herzlich für das Interview!!! :)

Übrigens:

Falls ihr euch an die Streitschlichter wenden möchtet, fragt einfach Herrn Costanzo oder Frau Knoll, wer die Streitschlichter unserer Schule sind.

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