»Fabio, Nora, Lea und Nithiya in ihrem Theater-Outfit«

Kreativer Lateinunterricht

Kreative Umsetzungen der Klasse 7d von dem Mythos von Orpheus und Eurydike
Die Klasse 7d hat sich kreativ mit dem Mythos von Orpheus und Eurydike auseinandergesetzt. Wir erlauben uns, hier einige Ergebnisse zu präsentieren.
Die Schülerinnen und Schüler wählten ganz verschiedene Zugänge zu dem antiken Mythos um den Sänger Orpheus, der mit seiner schönen Stimme den Unterweltsgott Pluto überzeugt, seine verstorbene Frau freizugeben.

Das Ensemble eines von drei Theaterstücken im Bühnen-Outfit:





Orpheus und Eurydike - Ein verbotener Blick

von Valeria


Ich weiß nicht, seit wann ich hier schon sitze.

Die Schatten, die ab und an vorbeiziehen, würdigen mich keines Blickes, so scheint es mir.

Was tue ich hier eigentlich genau?

Ich lehnte mich an einen kalten Fels,  als plötzlich ein Licht die Dunkelheit in Aufruhr versetzte.

Ehe ich mich versah, war ich in diese Hoffnung gehüllt und fand mich überrascht sogleich auf einer langen Treppe, wo kein Ende in Sichtweite war, wieder.

Ungeahnt sah ich einen jungen Mann an meiner Seite, der angestrengt in die Ferne schaute.

Mir fiel es wie Schuppen von den Augen.

Wie hatte ich all das Unheil, das mir widerfahren war, vergessen können?

„Damals“ auf dem Feld…als die im Korn lauernde Schlange ihre in Gift getränkten Zähne in meinen Fuß bohrte.

Ich war bereits tot, oder nicht?

O-Orpheus!?

Ich erkannte meinen geliebten Ehemann, der zusammen mit mir geschworen hatte, stets an des anderen Seite zu bleiben, und hing mich ohne Vorwarnung an seinen Arm.

Ich war so froh, dass er hier war!

Aber…wenn  er auch hier ist…

Was hat er hier zu suchen?

Er setzte sich in Gang, woraufhin ich ruckartig ein Stück zurück wich; dann stieg er die ersten Treppen hinauf.

Mich ließ er völlig verdutzt zurück.

Als er endlich erwartungsvoll stehen blieb,  konnte ich die Tränen, die meine Wange herunterflossen nicht mehr zurückhalten.

Aufgelöst lief ich ihm schließlich hinterher und er ging, ohne mich auch nur anzusehen, weiter.

Die Treppe schien tatsächlich ins Nichts zu führen, denn wir waren ausgesprochen lange unterwegs.

Zu lange.

Ich griff nach seiner Hand, sodass er wohl oder übel keine andere Wahl hatte, als innezuhalten und stehenzubleiben.

W-Warum schaute er also immer noch in das Dunkel vor uns?

Ich verstehe das überhaupt nicht!

Orpheus! Sieh mich doch an!

War ich nicht die, die du zu lieben pflegtest?

Ich blickte in seine Augen. Endlich.

Während er sich zu mir umdrehte,  konnte ich auch seine Träne der Reue die Wange herunterfließen sehen.

Ehe ich mich versah, war ich wieder zurück.

Zurück bei den Schatten, die mich jetzt fast schon spöttisch beäugten.

Orpheus war endgültig weg, ich hatte nicht einmal die Chance, ihm meine Gefühle erneut zu sagen.

Wie lange werde ich in dieser ewigen Dunkelheit noch ausharren,  bis mein Held mich auch ein zweites Mal retten kommt?

 

Später erfuhr ich, dass Orpheus mit seiner süßen und allseits beliebten Stimme mit Pluto, dem gefürchteten  Gott der Unterwelt, einen Pakt schloss.

Mein Ehemann war gezwungen, bis zum Verlassen der Unterwelt nicht in meine Augen zu sehen.

Die ganze Zeit versuchte er sein Wort zu halten…und was tat ich?

 

…es tut mir Leid, Orpheus.


Innerer Monolog von Eurydike

von Marie

Innerer Monolog von Eurydike

Ich liebte Orpheus, deshalb habe ich ihn geheiratet. Doch später wurde ich von einer Schlange
gebissen und starb. Jetzt lebe ich in der Unterwelt. Mein Ehemann lebt in der richtigen Welt! Ich bin
sehr traurig! Warum musste ich sterben?! Ich war noch so jung. Orpheus vermisst mich genauso
stark wie ich ihn! Deswegen stieg er in die Unterwelt hinab, um mich wiederzuholen! Ich finde es
echt süß, wie sehr er sich um mich bemüht! Das zeigt seine Liebe zu mir! Ich liebe ihn genau so
sehr!
Irgendwie hat er es geschafft, Pluto zu überzeugen, mich freizulassen. Ich denke, es war wegen
seiner angenehmen Stimme. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Aber anscheinend gab es eine
Bedingung. Ich weiß nicht so genau, welche, aber er schaute den ganzen Tag nicht zu mir, und als wir fast im Tageslicht angekommen waren, fragte ich ihn : „ Liebst du mich nicht mehr? “
Ich konnte ja nicht wissen, dass das die Abmachung war. Ich wusste nicht, ob es meine Schuld war.
Ich hätte ihn so etwas nicht fragen dürfen. Es ist alles meine Schuld!
Na ja... auf jeden Fall verschwand ich wieder in der Unterwelt. Und jetzt sitze ich hier und frage
mich :
Bin ich schuld?
Warum habe ich etwas gesagt?
Hätte ich mich doch nicht von der Schlange beißen lassen!
Ich vermisse Orpheus so sehr!!
Ich hoffe sehr, dass Orpheus sich nichts antut, nur um wieder mit mir zusammen zu sein. Das wäre
nicht gerecht!! Er hat das Leben verdient und außerdem werden wir uns ja wahrscheinlich
irgendwann wiedersehen!
Bis dahin werde ich wahrscheinlich aus lauter Sehnsucht sterben!!!




Eine Bildergeschichte auf OHP-Folien (von Anastasia und Jennifer):

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