Indonesien Fahrt

Indonesien Fahrt

Liebe Daheim Gebliebene,

Heute war dann der erste Schulkontakt, nach einem Frühstück um 6.00 Uhr, was von den Schülerinnen und Schülern doch als früh empfunden wird. Ich bin der Meinung, dass man für die frische Papaya, die es u.a. zum Frühstück gab, gar nicht früh genug aufstehen kann. Trotzdem waren wir aufgrund des Wahnsinnsverkehrs hier ein bisschen zu spät zum Schulbeginn um 7.00 Uhr. Extra für uns gab es dann eine “kleine” Willkommenszeremonie. Wir haben uns alle gefragt wie wohl die große Willkommenszeremonie aussieht, wenn das die kleine war. Besonders gut gefallen haben uns die “Schlachtrufe”, die es hier in verschiedener Ausführung gibt. Übersetzt ginge das in etwa so: Ich: “Durchs WDG…” und Schülerschaft und Kollegium antwortet unisono und mit Impetus “zum Erfolg!” und das mehrmals hintereinander. Ansonsten waren Schülerinnen und Schüler und Kollegium in Paradeuniform. Die Fahne wurde gehisst und wir haben jeder einen selbstgenähten Willkommensschal bekommen. Es gibt für die Schülerinnen und Schüler, aber auch für das Kollegium verschiedene Uniformen in Abhängigkeit vom Wochentag, dem Alter (nur bei Schülern) und dem Anlass, also eine Wissenschaft für sich. Ab morgen tragen wir übrigens auch Uniform….. ihr dürfte also auf weitere Fotos gespannt sein.



Auch haben Martin und ich festgestellt, dass wir dringend (mindestens) eine Schulhymne brauchen und Andreas soll es mal mit einem Musikzug versuchen statt Orchester. 😊 Die spielen so laut, dass auch gar nicht mehr so wichtig ist was. Hier wird viel gesungen und immer mit Bewegung dazu und zwar von allen Kollegen in jedem Fach, das ist auf alle Fälle nachahmenswert.

Weiterhin haben wir heute die “Glaube, Hoffnung, Liebe” - T Shirts von der VEM eingeweiht und gefühlte 5000 Fotos gemacht. Eine Auswahl im Anhang. Ein Film über unseren Aufenthalt hier wird von der Schule, die übrigens SMK Tarunatama heißt, auch gedreht.

Dann haben wir mit der Englisch-Klasse diverse Spiele gemacht, gegenseitige Präsentationen angesehen und einiges an Kleingruppengesprächen geführt. Die Schulführung ging durch den berufsbildenden Teil der Schule, die Büros und die Lehrerzimmer.

Wir treffen hier auf unglaublich sympathische und motivierte Menschen mit hohen pädagogischen Idealen und wirklich guter Laune.

Wir werden uns ins Zeug legen müssen um der Delegation aus Indonesien im Frühjahr einen vergleichbar herzlichen Empfang bieten zu können.


Die Mehrzahl der Schülerinnen und Schüler kommt aus der Landbevölkerung des umliegenden Bergland aus eher einfachen Verhältnissen. Noch in den 1970ern gab es hier eine hohe Anzahl von Analphabeten. Jetzt sind 10 Schuljahre die Regel und über 100 Schülerinnen und Schüler haben es bereits auf die Universität geschafft.


Mittagessen hatten wir im Internatsteil der Schule, wo ca. 25 Schülerinnen und Schüler leben für die die Bewältigung eines täglichen Schulweg nicht zumutbar ist. Die Schüler kochen selbst (im Internat und in der Schule) und reinigen auch die gesamte Schule in Eigenregie. Anmerkung: Die meisten Böden sind glänzend weiß gefliest.

Die Schule versucht einen hohen ökologischen Standard zu halten, was hier besonders beeindruckend ist: dreifache Mülltrennung (Gefäße von den Schülern selbst bemalt, Achtung der Müll muss auch selbst entsorgt werden, eine Müllabfuhr wie bei uns gibt es nicht), Versuchen in Aquaponic, Plastikverwertung in verschiedenen Zusammenhängen (z.b. Schmierölgewinnung aus Plastiktüten), selbst Herstellung von Energiesparleuchtmitteln  etc..



Jochen und Martina können sich vielleicht noch an meine Begeisterung für die Pflanzgefässe aus Pet-Flaschen erinnern, die der Stand auf dem Kirchentag neben dem VEM Stand hatte. Ratet mal wo ich das Prinzip heute wiedergefunden habe.

Soviel für heute

 


Herzliche Grüße Claudia Schweizer-Motte


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